Aufklärung und Todesstrafe

Nur wenige Schlag­wörter sind es let­z­tendlich, die das kollek­tive Gedächt­nis einer Kul­tur bes­tim­men. Ist die Parole der Franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion Lib­erté, Égal­ité, Fra­ter­nité beinahe jedem ein Begriff, so kann gle­iches auch von der Beze­ich­nung Guil­lo­tine erwartet wer­den. Als Sym­bol massen­hafter Hin­rich­tun­gen im Zuge der rev­o­lu­tionären Umwälzun­gen und des Ter­rors der Jakobin­er­herrschaft in Frankre­ich prägt die Guil­lo­tine bis heute unsere Vorstel­lun­gen von der Todesstrafe. Gle­ichzeitig beginnt mit der Erfind­ung dieser Enthaup­tungs­mas­chine auch die Zeit der schnellen, unspek­takulären Tötung. In dem Bemühen, archais­che und „unehren­hafte“ Hin­rich­tungsmeth­o­den zu überwinden, ersann man die Tötung mit­tels einer „ein­fachen mech­a­nis­chen Vor­rich­tung“ – der Guil­lo­tine.  Lässt man die Neuzeit und ihre Mod­ernisierungs– und Ratio­nal­isierung­sprozesse vol­lends mit der Franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion begin­nen, so lassen sich selbst in dieser Form der Todesstrafe Aspekte aufgek­lärten Denkens finden. Dem geht der Artikel “Repub­lik und Ter­ror — Ein eis­erner Wind­hauch” von Jan Puhl nach, wenn er dem Henker San­son den aufgek­lärten Medi­ziner und Poli­tiker Joseph-Ignace Guil­lotin zur Seite stellt. Gemein­sam erar­beiten sie ein „humanes, schmerzfreies“ Ver­fahren der Hinrichtung.

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Golo Ley

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07

02 2010

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