“Ad fontes” ist das erste Leitmotiv für den Studenten der Geschichtswissenschaft, dem er während seines Studiums begegnet. Aus Quellen bezieht der Historiker seine Erkenntnis. Zunächst reichen noch die Editionen und Quellensammlungen, die man beispielsweise in der Bibliothek einsehen kann. Aber irgendwann erreicht man den Zeitpunkt, wo dies nicht mehr ausreicht, wo der Gang ins Archiv unabdingbar ist. Aus eigener Erfahrung als Studentin und aus der Zeit als Dozentin weiß ich um das Grauen, daß viele Nachwuchshistoriker bei diesem Gedanken befällt: wie läuft es in einem Archiv ab? Wie finde ich meine benötigten Quellen? Kann ich überhaupt die Schrift lesen?
Natürlich wird in manchem Seminar der Archivbesuch angesprochen, aber oftmals bleibt es graue Theorie und teilweise fehlt der Praxisbesuch. Eine Lösung für dieses Problem bietet das Tutorial “Ad fontes”, entwickelt und betreut vom Historischen Seminar der Universität Zürich. In verschiedenen Lernabschnitten soll es den Studenten helfen, sich auf ein Archivbesuch vorzubereiten, alte Handschriften lesen zu lernen und sie als Quellen auswerten zu können. Zudem werden Arbeitsmittel der Historischen Hilfswissenschaften erläutert und gelehrt. In fünf Bereiche ist das Tutorial gegliedert:
- Archiv: enthält praxisnahe Aufgaben, das erworbene Grundwissen wird hier vertieft
- Training: hier können mittels verschiedener Übungen Bereiche wie Lesen oder Datieren geübt werden
- Tutorium: hier wird das Grundwissen dargestellt und erläutert, Ausgangspunkt für die übrigen Kategorien
- Ressourcen: Anführungen von Links, Hilfsmitteln, Tabellen und Literaturhinweise
- MyAdfontes: Überblick über die erledigten Aufgaben, Zugang zu den persönlichen Daten
Adfontes ist öffentlich zugänglich.