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	<title>Kommentare f&#252;r AEON – Blog</title>
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	<description>Forum für junge Geschichtswissenschaft</description>
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		<title>Kommentar zu Das Schicksal von Frauen im Zweiten Weltkrieg von Jessica Bock</title>
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		<dc:creator>Jessica Bock</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:05:57 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr geehrte Frau Wenke,

im Rahmen meiner Magisterarbeit habe ich mich intensiv mit dem Thema Erinnerung an Flucht und Vertreibung unter dem Geschlechteraspekt auseinandergesetzt. Flucht und Vertreibung waren stets im (west)deutschen Erinnerungshaushalt präsent, auch wenn dieses Thema Konjunkturen unterlag. In den letzten Jahrzehnten erschien, auch im Zusammenhang mit den Diskussionen über das Zentrum gegen Vertreibung, eine Flut an Publikationen, wobei diese nicht immer wissenschaftlichen Charakter besaßen. Dazu zählen auch die Veröffentlichung von Erfahrungsberichten, deren Strom bis heute nicht abreißt. (Siehe Ihr rezensiertes Buch). Jedoch muss sowohl für die Forschung als auch für die Erinnerung an Flucht und Vertreibung festgestellt werden: Frauen sind als handelnde Subjekte weiterhin unsichtbar. Bisher wurde Flucht und Vertreibung nicht aus der Geschlechterperspektive untersucht. Dieses Desiderat ist deshalb so eklatant, weil es sich aus struktuellen Gründen um eine frauenspezifische Kriegserfahrung handelt. Bislang ist nur eine einzige Umrage bzw. Studie zu &quot;Frauen und Flucht und Vertreibung&quot; gemacht worden. (Schmidt, Ute: Flucht – Vertreibung – Deportation – Internierung. Erfahrungsberichte von Frauen in der Bundesrepublik und in der früheren DDR, Arbeitspapiere des Forschungsverbundes SED-Staat Nr. 37/2007, Berlin 2007.) Diese Studie entstand im Rahmen einer Umfrage des Bund der Vertriebenen. Sie ist jedoch nicht als representativ anzusehen, da etwa nur 300 Fragebögen ausgewertet wurden. Aus denen geht leider auch nicht hervor, welche Frauen dem BdV angehören. Somit sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Dennoch gibt sie einen interessanten Einblick darüber, wie Frauen Flucht und Zwangsmigration erlebt haben. Aufschlussreich sind auch die Erfahrungsberichte, die im Zuge dieser Umfrage von den Frauen geschrieben worden sind. Einige davon konnte ich zusammen mit anderen publizierten Berichten für meine Abschlussarbeit auswerten. Die Analyse ergab, dass Frauen sich in erster Linie nicht als Opfer beschreiben, sondern als handelnde Subjekte, die den &quot;Alltag im Ausnahmezustand&quot; zu bewerkstelligen hatten. Dazu zählten u.a. die (meist überstürzte)Organisation der Flucht, die Festlegung der Fluchtwege, das Organisieren der Übernachtungsmöglichkeiten und der Verpflegung sowie das Verhandeln mit den örtlichen Besatzungsmächten. (Interessanterweise spielen die Männer in den Berichten eine Nebenrolle.) Vergewaltigung bildet dabei nur einen (!) Aspekt. Die selbst- oder miterlebte sexualisierte Gewalt ist nicht die dominierende Erfahrung!! Auch Claudia Kraft hat in ihrem Aufsatz &quot;Vertreibung aus den Ostgebieten nach 1945&quot; (In: Wegziehen. Der weibliche Blick auf Migration in Kunst und Wissenschaft, Frauenmuseum Bonn 2005, S. 68-73.) die fehlende Darstellung der Frauen als Akteurinnen zu recht beklagt.
Ein ganz anderes Bild gibt die kollektive Erinnerung an Flucht und Vertreibung, z.B, in den Fernsehdokumentationen und musealen Ausstellungen. Hier werden die Frauen als Vergewaltigungsopfer reduziert. Besonders perfide ist dabei, dass es hier nicht um die Frauen und ihren schrecklichen Erfahrungen an sich geht. Die Vergewaltung der deutschen Frauen wird dazu genutzt, die Deutschen generell als Opfer zu stilisieren. Diese Instrumentalisierung lässt sich bereits bei der großen Reihe „Dokumentation der Vertreibung“ konstatieren, bei der der Autor bei der Ursachenbeschreibung auch nicht vor rassistischen Stereotypen zurück schreckt.
Sie sehen, dass trotz der medialen Präsenz der Thematik es noch einige Forschungslücken in Bezug auf Frauen und Flucht und Vertreibung zu schließen gilt. Hilfreich wäre dabei die Geschichte der Frauen während der Zwnagsmigration nicht ständig auf die Vergewaltigungen zu reduzieren!!! Dies wird der Komplexität der Thematik und erst recht den Frauen in keiner Weise gerecht!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Frau Wenke,</p>
<p>im Rahmen meiner Magisterarbeit habe ich mich intensiv mit dem Thema Erinnerung an Flucht und Vertreibung unter dem Geschlechteraspekt auseinandergesetzt. Flucht und Vertreibung waren stets im (west)deutschen Erinnerungshaushalt präsent, auch wenn dieses Thema Konjunkturen unterlag. In den letzten Jahrzehnten erschien, auch im Zusammenhang mit den Diskussionen über das Zentrum gegen Vertreibung, eine Flut an Publikationen, wobei diese nicht immer wissenschaftlichen Charakter besaßen. Dazu zählen auch die Veröffentlichung von Erfahrungsberichten, deren Strom bis heute nicht abreißt. (Siehe Ihr rezensiertes Buch). Jedoch muss sowohl für die Forschung als auch für die Erinnerung an Flucht und Vertreibung festgestellt werden: Frauen sind als handelnde Subjekte weiterhin unsichtbar. Bisher wurde Flucht und Vertreibung nicht aus der Geschlechterperspektive untersucht. Dieses Desiderat ist deshalb so eklatant, weil es sich aus struktuellen Gründen um eine frauenspezifische Kriegserfahrung handelt. Bislang ist nur eine einzige Umrage bzw. Studie zu “Frauen und Flucht und Vertreibung” gemacht worden. (Schmidt, Ute: Flucht – Vertreibung – Deportation – Internierung. Erfahrungsberichte von Frauen in der Bundesrepublik und in der früheren DDR, Arbeitspapiere des Forschungsverbundes SED-Staat Nr. 37/2007, Berlin 2007.) Diese Studie entstand im Rahmen einer Umfrage des Bund der Vertriebenen. Sie ist jedoch nicht als representativ anzusehen, da etwa nur 300 Fragebögen ausgewertet wurden. Aus denen geht leider auch nicht hervor, welche Frauen dem BdV angehören. Somit sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Dennoch gibt sie einen interessanten Einblick darüber, wie Frauen Flucht und Zwangsmigration erlebt haben. Aufschlussreich sind auch die Erfahrungsberichte, die im Zuge dieser Umfrage von den Frauen geschrieben worden sind. Einige davon konnte ich zusammen mit anderen publizierten Berichten für meine Abschlussarbeit auswerten. Die Analyse ergab, dass Frauen sich in erster Linie nicht als Opfer beschreiben, sondern als handelnde Subjekte, die den “Alltag im Ausnahmezustand” zu bewerkstelligen hatten. Dazu zählten u.a. die (meist überstürzte)Organisation der Flucht, die Festlegung der Fluchtwege, das Organisieren der Übernachtungsmöglichkeiten und der Verpflegung sowie das Verhandeln mit den örtlichen Besatzungsmächten. (Interessanterweise spielen die Männer in den Berichten eine Nebenrolle.) Vergewaltigung bildet dabei nur einen (!) Aspekt. Die selbst– oder miterlebte sexualisierte Gewalt ist nicht die dominierende Erfahrung!! Auch Claudia Kraft hat in ihrem Aufsatz “Vertreibung aus den Ostgebieten nach 1945″ (In: Wegziehen. Der weibliche Blick auf Migration in Kunst und Wissenschaft, Frauenmuseum Bonn 2005, S. 68–73.) die fehlende Darstellung der Frauen als Akteurinnen zu recht beklagt.<br />
Ein ganz anderes Bild gibt die kollektive Erinnerung an Flucht und Vertreibung, z.B, in den Fernsehdokumentationen und musealen Ausstellungen. Hier werden die Frauen als Vergewaltigungsopfer reduziert. Besonders perfide ist dabei, dass es hier nicht um die Frauen und ihren schrecklichen Erfahrungen an sich geht. Die Vergewaltung der deutschen Frauen wird dazu genutzt, die Deutschen generell als Opfer zu stilisieren. Diese Instrumentalisierung lässt sich bereits bei der großen Reihe „Dokumentation der Vertreibung“ konstatieren, bei der der Autor bei der Ursachenbeschreibung auch nicht vor rassistischen Stereotypen zurück schreckt.<br />
Sie sehen, dass trotz der medialen Präsenz der Thematik es noch einige Forschungslücken in Bezug auf Frauen und Flucht und Vertreibung zu schließen gilt. Hilfreich wäre dabei die Geschichte der Frauen während der Zwnagsmigration nicht ständig auf die Vergewaltigungen zu reduzieren!!! Dies wird der Komplexität der Thematik und erst recht den Frauen in keiner Weise gerecht!</p>
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		<title>Kommentar zu Das „porzellanene“ Zeitalter von Wenke Richter</title>
		<link>http://wissens-werk.de/blog/aeon/2010/02/22/das-%e2%80%9eporzellanene%e2%80%9c-zeitalter/comment-page-1/#comment-5</link>
		<dc:creator>Wenke Richter</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 23:39:51 +0000</pubDate>
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		<description>Nach Meldung anderer diverser Medien steht ja noch die Prüfung, wo die Vasen hergestellt wurden, aus und wird erst in nächster Zeit vorgenommen. Also noch ist nichts für uns Sachsen verloren.... ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Meldung anderer diverser Medien steht ja noch die Prüfung, wo die Vasen hergestellt wurden, aus und wird erst in nächster Zeit vorgenommen. Also noch ist nichts für uns Sachsen verloren.… <img src='http://wissens-werk.de/blog/aeon/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	<item>
		<title>Kommentar zu Eric Piltz: Johannes Burkhardt, Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit von AEON – Blog &#187; Blog Archive &#187; AEON hat jetzt eine ISSN, Band 2 online</title>
		<link>http://wissens-werk.de/blog/aeon/2009/11/04/eric-piltz-johannes-burkhardt-deutsche-geschichte-in-der-fruhen-neuzeit/comment-page-1/#comment-3</link>
		<dc:creator>AEON – Blog &#187; Blog Archive &#187; AEON hat jetzt eine ISSN, Band 2 online</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 15:31:53 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Mit Eric Piltz&#8217; Rezension zu Johannes Burkhardts Buch über die &#8220;Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit&#8221; ist [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[…] Mit Eric Piltz’ Rezension zu Johannes Burkhardts Buch über die “Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit” ist […]</p>
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