Belter Dialoge
Ich habe mich illegal betätigt, weil ich unzufrieden war mit der Situation an der Leipziger Universität. Wir hatten keine Gewissensfreiheit, keine Redefreiheit und keine Pressefreiheit. (Herbert Belter während seines Prozesses)
Daß Ungeist selten halt macht vor Verstand, ist – gerade mit Blick auf die Entwicklung der deutschen Universitäten im 20. Jahrhundert – ein sicher berechtigter Gemeinplatz der Geschichte. Auch die Leipziger Universität bildet hier keine Ausnahme. Nicht nur, weil sie bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert als eine der „Endstationen“ neben Berlin und München eine führende Rolle in der deutschen Universitätslandschaft versieht, sondern auch, da für sie qua geographischer Lage das dunkle 20. Jahrhundert erst 1989 endet.
Dabei wurde gerade im Osten Deutschlands der Ungeist nach 1945 in Anbetracht der vorher geschehenen Greuel weniger stark – und wenn, dann eher von „außen“ oder „drüben“ – fokussiert. Womit nicht gesagt sein soll, daß in der zeithistorischen Forschung zur ostdeutschen Universitätsgeschichte inzwischen nichts passiert sei. Es hätte nur einwenig mehr sein dürfen. Read the rest of this entry →