Posts Tagged ‘DDR’

Belter Dialoge

Ich habe mich ille­gal betätigt, weil ich unzufrieden war mit der Sit­u­a­tion an der Leipziger Uni­ver­sität. Wir hat­ten keine Gewis­sens­frei­heit, keine Rede­frei­heit und keine Presse­frei­heit. (Her­bert Bel­ter während seines Prozesses)

Daß Ungeist sel­ten halt macht vor Ver­stand, ist – ger­ade mit Blick auf die Entwick­lung der deutschen Uni­ver­sitäten im 20. Jahrhun­dert – ein sicher berechtigter Gemein­platz der Geschichte. Auch die Leipziger Uni­ver­sität bildet hier keine Aus­nahme. Nicht nur, weil sie bere­its im aus­ge­hen­den 19. Jahrhun­dert als eine der „End­sta­tio­nen“ neben Berlin und München eine führende Rolle in der deutschen Uni­ver­sität­s­land­schaft ver­sieht, son­dern auch, da für sie qua geo­graphis­cher Lage das dun­kle 20. Jahrhun­dert erst 1989 endet.

Dabei wurde ger­ade im Osten Deutsch­lands der Ungeist nach 1945 in Anbe­tra­cht der vorher geschehenen Greuel weniger stark – und wenn, dann eher von „außen“ oder „drüben“ – fokussiert. Womit nicht gesagt sein soll, daß in der zei­this­torischen Forschung zur ost­deutschen Uni­ver­sitäts­geschichte inzwis­chen nichts passiert sei. Es hätte nur ein­wenig mehr sein dür­fen. Read the rest of this entry →

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03 2010

Philipp Bludovsky: Legitimation versus Geheimhaltung

Philipp Blu­dovsky: Legit­i­ma­tion ver­sus Geheimhal­tung. Die ambiva­lente Rolle der Todesstrafe in der DDR. In: AEON 2 (2010). S. 25–35.

Die Anwen­dung der Todesstrafe in der DDR ist durch eine zunehmende Ambivalenz von Legit­i­ma­tion und Geheimhal­tung gekennze­ich­net. Ein­er­seits wurde die Beibehal­tung der Todesstrafe für zwin­gend notwendig gehal­ten, ander­er­seits waren zunächst bes­timmte, später sämtliche Todesurteile einer stren­gen Geheimhal­tung unter­wor­fen. Die Rekon­struk­tion der genauen Abläufe der in Leipzig von 1960 bis 1981 durchge­führten Hin­rich­tun­gen steht im Zen­trum einer vom Autor durchge­führten Studie (Mag­is­ter­ar­beit), auf der dieser Beitrag basiert. Die fol­gende Arbeit nähert sich essay­is­tisch der Rolle der Todesstrafe in der DDR und den Grün­den zunehmender Geheimhal­tung, die schließlich in der Abschaf­fung 1987 mün­de­ten. Dabei wird das direkte Ver­hält­nis zwis­chen zunehmender Geheimhal­tung und abnehmender Legit­i­ma­tions­ba­sis aufgezeigt.

Zita­tionsvorschlag: Philipp Blu­dovsky: Legit­i­ma­tion ver­sus Geheimhal­tung. Die ambiva­lente Rolle der Todesstrafe in der DDR. In: AEON – Forum für junge Geschichtswis­senschaft 2 (2010). S. 25–35.
Online: http://wissens-werk.de/index.php/aeon/article/viewFile/22/pdf_5

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01 2010