Posts Tagged ‘Frühe Neuzeit’

Eröffnung in Dresden: die türckische Cammer

Vor weni­gen Tagen war dem Dres­d­ner Res­i­den­zschloß als Heim­stätte der Staatlichen Kun­st­samm­lun­gen zu Dres­den die medi­ale Aufmerk­samkeit hold. Die türchis­che Cam­mer wurde eröffnet — eine der prachtvoll­sten Samm­lung orientalisch-türkischer Kunst. Die Ausstel­lung zeigt auf 750 m² 600 Stücke ori­en­tal­is­cher und ori­en­tal­isieren­der Kunst, die zum Teil diplo­ma­tis­che Geschenke, zum Teil Beutestücke sind. Zugle­ich zeigt sie die bedeu­tende Rolle des Osman­is­chen Reiches in der Frühen Neuzeit.

Besucher­in­for­ma­tio­nen

  • täglich 10 bis 18 Uhr, dien­stags geschlossen
  • Ein­trittspreis nor­mal: 10,00 Euro
  • Ein­trittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
  • Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre: frei
  • Schüler, Stu­den­ten sowie Auszu­bildende (ab 17 Jahre): 7,50 Euro
  • Grup­pen ab 10 Per­so­nen: pro Per­son: 9,00 Euro
  • Der Ein­tritt ist auch gültig für das Neue Grüne Gewölbe sowie laufende Son­der­ausstel­lun­gen. Ausgenom­men ist das His­torische Grüne Gewölbe.

11

03 2010

Sachsen bleibt erster — Das „porzellanene“ Zeitalter (2)

Als echtem Kaf­feesach­sen kon­nte ich es mir trotz Fas­ten­zeit gestern und heute nicht nehmen lassen, mir bei einem guten Konzep­tal­bum gefühlte drei Kan­nen Bohne­saft einzu­flößen. Grund dafür waren die Burghley-Funde (eben­falls bekannt als: „Die-Engländer-waren-schneller-als-wir“-Tassen); das kaf­fee­taugliche Album: Weißes Gold von Stern-Combo Meißen. Dort heißt es in Anlehnung an den Apothek­erge­hil­fen Böttger:

„Da saß er nun an seinen Bren­nöfen und Schmelztiegeln, Dämpfen und Gasen, Ängsten und Hoff­nun­gen, im Leben schon die Hölle, zer­fressene Haut, entzün­dete Augen, dazu die Zweifel, die zudem mehr und mehr Erken­nt­nis wurden.“

Und das soll nun doch alles umsonst gewe­sen sein? Read the rest of this entry →

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02 2010

Das „porzellanene“ Zeitalter

Die Regierungszeit Elis­a­beth I. (reg. 1558–1603) wird als ein gold­enes Zeital­ter der englis­chen Geschichte gese­hen. Die kon­fes­sionellen Span­nun­gen, die in Europa schwel­ten, waren auf der Insel noch nicht in vollem Umfang angekom­men, der mar­ode Haushalt wurde durch ein mod­ernes Börsen­we­sen kon­so­li­diert, niedrige Steuern begün­stigten die wirtschaftliche Entwick­lung, unter Mar­lowe und Shake­speare set­zte das The­ater neue Maßstäbe. Tech­nol­o­gisch hinge­gen galt das gold­ene Zeital­ter bisher als weit weniger fortschritts­be­wußt: Natur­wis­senschaftliche Beschäf­ti­gung standen eher im Zeichen der Seefahrt und Nav­i­ga­tion. Pro­duk­tive Ver­fahren konzen­tri­erten sich vor allem auf die Bere­it­stel­lung von Rohstof­fen wie beispiel­sweise Wolle für die flan­drische Tuch­pro­duk­tion. Sonst passierte nicht viel. Meinte man bisher. Ein spek­takulärer Fund rückt dieses Bild nun ein stück­weit zurecht. Read the rest of this entry →

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02 2010

Aufklärung und Todesstrafe

Nur wenige Schlag­wörter sind es let­z­tendlich, die das kollek­tive Gedächt­nis einer Kul­tur bes­tim­men. Ist die Parole der Franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion Lib­erté, Égal­ité, Fra­ter­nité beinahe jedem ein Begriff, so kann gle­iches auch von der Beze­ich­nung Guil­lo­tine erwartet wer­den. Als Sym­bol massen­hafter Hin­rich­tun­gen im Zuge der rev­o­lu­tionären Umwälzun­gen und des Ter­rors der Jakobin­er­herrschaft in Frankre­ich prägt die Guil­lo­tine bis heute unsere Vorstel­lun­gen von der Todesstrafe. Gle­ichzeitig beginnt mit der Erfind­ung dieser Enthaup­tungs­mas­chine auch die Zeit der schnellen, unspek­takulären Tötung. In dem Bemühen, archais­che und „unehren­hafte“ Hin­rich­tungsmeth­o­den zu überwinden, ersann man die Tötung mit­tels einer „ein­fachen mech­a­nis­chen Vor­rich­tung“ – der Guil­lo­tine.  Lässt man die Neuzeit und ihre Mod­ernisierungs– und Ratio­nal­isierung­sprozesse vol­lends mit der Franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion begin­nen, so lassen sich selbst in dieser Form der Todesstrafe Aspekte aufgek­lärten Denkens finden. Dem geht der Artikel “Repub­lik und Ter­ror — Ein eis­erner Wind­hauch” von Jan Puhl nach, wenn er dem Henker San­son den aufgek­lärten Medi­ziner und Poli­tiker Joseph-Ignace Guil­lotin zur Seite stellt. Gemein­sam erar­beiten sie ein „humanes, schmerzfreies“ Ver­fahren der Hinrichtung.

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02 2010

Matthias Kaufmann: Lücken im „Zaun der Zivilisation“.

Matthias Kauf­mann: Lücken im „Zaun der Zivil­i­sa­tion“. Der Begriff des Kan­ni­bal­is­mus und die Insta­bil­ität in der Kon­struk­tion kul­tureller Gren­zen In: AEON 2 (2010). S. 8–24

Das Bild vom wilden Kan­ni­balen bes­timmt die Reise­berichte und Weltbeschrei­bun­gen nicht erst seit Christoph Colum­bus oder James Cook. Das Motiv des archais­chen Men­schen­fressers findet sich bere­its mit dem Polyphem des Homer in der griechis­chen Antike. Dabei ist auf­fäl­lig, dass die Anthro­pophagie – der Verzehr von Men­schen­fleisch durch Men­schen – seit der Antike nicht nur dazu dient, kul­turelle Ander­sar­tigkeit zu markieren, son­dern sie auch zu stig­ma­tisieren. Im ersten Teil seines Beitrags stellt der Ver­fasser die Kon­struk­tion des früh­neuzeitlichen Kan­ni­bal­is­mus­bildes in Europa dar und verdeut­licht, wie dieses genutzt wurde, um die moralis­che Überlegen­heit der eige­nen Zivil­i­sa­tion gegenüber einer anderen Kul­tur zu behaupten. In einem zweiten Teil wird danach die Anthro­pophagie mit der früh­neuzeitlich europäis­chen Heilkunde und dem dort etablierten phar­mazeutis­chen Verzehr von Fett, Blut und Mumia in Beziehung gesetzt, wobei deut­lich wird, dass Kan­ni­bal­is­mus keine Frage zivil­isatorischer Stufen ist.

  • Link zum Beitrag von Matthias Kauf­mann: Lücken im „Zaun der Zivilisation“.
  • Zita­tionsvorschlag: Matthias Kauf­mann: Lücken im „Zaun der Zivil­i­sa­tion“. Der Begriff des Kan­ni­bal­is­mus und die Insta­bil­ität in der Kon­struk­tion kul­tureller Gren­zen. In: AEON – Forum für junge Geschichtswis­senschaft 2 (2010). S. 8–24.
    Online: http://wissens-werk.de/index.php/aeon/article/view/16/pdf_4

08

01 2010

Eric Piltz: Johannes Burkhardt, Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit

Eric Piltz: Johannes Burkhardt, Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit, München 2009. In: AEON 2 (2010). S. 1–4

Rezen­sion zu Johannes Burkhardt, Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit, München 2009 (C. H. Beck Wis­sen, Band 2462). 135 S. kart./brosch. 7,90 EUR (Deutsch­land) ISBN-10: 3–406-56262–0 / ISBN-13: 978–3-406–56262-4

Zita­tionsvorschlag: Piltz, Eric: Johannes Burkhardt, Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit, München 2009. In: AEON – Forum für junge Geschichtswis­senschaft 2 (2010). S. 1–4.
Online: http://wissens-werk.de/index.php/aeon/article/viewFile/17/pdf_2

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11 2009

Franziska Neumann: Vom „Nachthunger“ und „nächtlichen Zynß“

Franziska Neu­mann (Dres­den): Vom „Nachthunger“ und „nächtlichen Zynß“. Die Darstel­lung ehe­licher Sex­u­al­ität in Valentin Schu­manns Nacht­büch­lein I/II. In: AEON 1 (2009). S. 5–17

Die Schwanksamm­lun­gen des 16. Jahrhun­derts sind gemein­hin für ihre obszö­nen und unfläti­gen Darstel­lun­gen des Sex­uellen bekannt. Jedoch, so die These des Auf­satzes, lässt sich daraus keine generelle Unbe­fan­gen­heit gegenüber Kör­per­lichkeit und Sex­u­al­ität schlussfol­gern. Vielmehr fol­gen die friv­olen Geschichten einer spez­i­fis­chen Vorstel­lung von Sex­u­al­ität, die auf der Inter­de­pen­denz part­ner­schaftlichen Han­delns aus­gerichtet ist. Die kör­per­liche Beziehung der Ehep­art­ner wird als grundle­gen­der Teil des ehe­lichen Miteinan­ders ver­standen. Diese Wahrnehmung wird exem­plar­isch in Valentin Schu­manns Nacht­büch­lein I und II (1559) herausgearbeitet.


Zita­tionsvorschlag: Neu­mann, Franziska: Vom „Nachthunger“ und „nächtlichen Zynß“. Die Darstel­lung ehe­licher Sex­u­al­ität in Valentin Schu­manns Nacht­büch­lein I/II. In: AEON – Forum für junge Geschichtswis­senschaft 1 (2009). S. 5–17.
Online: http://wissens-werk.de/index.php/aeon/article/viewFile/9/pdf_2

22

10 2009